Der Oleander (Nerium oleander) gehört zu den beliebtesten Zierpflanzen in deutschen Gärten und auf Balkonen. Mit seinen prächtigen Blüten in Weiß, Rosa oder Rot und seinem immergrünen Laub bringt er mediterranes Flair in jede Umgebung. Doch um seine volle Schönheit zu entfalten, benötigt der Oleander die richtige Pflege, einen passenden Schnitt und Schutz während der kalten Jahreszeit.
Was ist Oleander? – Herkunft und Eigenschaften
Der botanische Name des Oleanders lautet Nerium oleander. Die Pflanze stammt ursprünglich aus den warmen Regionen des Mittelmeerraums und ist dort häufig entlang von Flussläufen und in Küstengebieten zu finden.
Oleander ist ein immergrüner Strauch, der in freier Natur bis zu fünf Meter hoch werden kann. In mitteleuropäischen Gärten wächst er meist im Kübel oder Topf, da er nur begrenzt frosttolerant ist. Seine auffälligen Blüten erscheinen von Mai bis September und machen ihn zu einem echten Blickfang.
Besonders beliebt sind Sorten mit roten Blüten, die als Oleander rot bekannt sind. Sie verleihen Terrassen und Balkonen eine besonders warme, elegante Note.
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Nerium Oleander Pflege – So bleibt die Pflanze gesund
Die richtige Oleander-Pflege ist entscheidend für kräftiges Wachstum und eine reiche Blüte. Hier sind die wichtigsten Pflege-Tipps:
Standort
Nerium Oleander liebt Sonne und Wärme. Der ideale Standort ist windgeschützt, sonnig und warm – etwa auf einer Südterrasse oder einem Balkon mit direkter Sonneneinstrahlung. Je mehr Sonne er bekommt, desto üppiger blüht er.
Gießen
Oleander hat einen hohen Wasserbedarf. Besonders im Sommer sollte regelmäßig und kräftig gegossen werden, da der Wurzelballen niemals vollständig austrocknen darf. Staunässe sollte jedoch vermieden werden.
Düngen
Von April bis August empfiehlt sich ein Blühpflanzendünger im Abstand von etwa zwei Wochen. Das fördert das Wachstum und die Bildung neuer Blütenknospen.
Substrat
Verwende nährstoffreiche Erde mit guter Drainage, etwa eine Mischung aus Blumenerde, Sand und Kompost. Das verhindert Wurzelfäule und sorgt für eine optimale Nährstoffversorgung.
Oleander Pflege im Topf
In Deutschland wird der Oleander meist im Topf oder Kübel kultiviert. Damit er gesund bleibt, sollte das Pflanzgefäß groß genug sein, damit sich die Wurzeln ausbreiten können.
Achte darauf, dass das Wasser gut abfließen kann – ein Abflussloch und eine Drainageschicht aus Blähton sind Pflicht.
Im Sommer sollte der Topf an einem sonnigen Platz stehen, während er im Winter frostfrei untergebracht werden muss (mehr dazu im Abschnitt „Überwintern“).
Oleander schneiden – Wann und wie?
Ein regelmäßiger Schnitt ist wichtig, um die Pflanze in Form zu halten und neue Blüten zu fördern.
Zeitpunkt
Der beste Zeitpunkt zum Oleander schneiden ist nach der Blüte, also im Spätsommer oder frühen Herbst. Alternativ kann auch im zeitigen Frühjahr vor dem neuen Austrieb geschnitten werden.
Vorgehensweise
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Entferne alte, vertrocknete oder schwache Triebe.
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Kürze lange Zweige, um eine buschige Wuchsform zu fördern.
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Trage beim Schneiden Handschuhe, da alle Pflanzenteile giftig sind (siehe Abschnitt „Oleander giftig“).
Ein zu starker Rückschnitt kann im nächsten Jahr die Blüte reduzieren, daher lieber regelmäßig leicht auslichten.
Oleander überwintern – So schützt du ihn vor Frost
Da Oleander aus dem Mittelmeerraum stammt, ist er nicht vollständig winterhart. Nur kurzzeitig verträgt er leichte Fröste bis etwa -5 °C.
Überwinterung im Haus
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Stelle den Oleander im Herbst an einen hellen, kühlen Ort (5–10 °C), z. B. in einen Wintergarten oder Keller mit Fenster.
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Reduziere das Gießen auf ein Minimum – nur so viel, dass die Erde nicht austrocknet.
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Kein Düngen während der Winterruhe.
Im Frühjahr kann der Oleander wieder ins Freie, sobald keine Nachtfröste mehr drohen.
Im Garten überwintern
Einige Gärtner pflanzen Oleander winterhart in milden Regionen (z. B. am Rhein oder in Süddeutschland) direkt in den Boden. Dabei sollte er jedoch gut geschützt werden – etwa durch Vlies, Laubschicht oder Jutesäcke.
Trotzdem bleibt das Risiko eines Frostschadens bestehen, weshalb Kübelkultur in kälteren Regionen sicherer ist.
Oleander gelbe Blätter – Ursachen und Lösungen
Wenn der Oleander gelbe Blätter bekommt, ist das ein Zeichen, dass ihm etwas nicht gefällt. Die häufigsten Ursachen sind:
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Wassermangel – Der Wurzelballen ist zu trocken. → Regelmäßig gießen.
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Staunässe – Zu viel Wasser führt zu Wurzelfäule. → Drainage verbessern.
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Nährstoffmangel – Fehlt Dünger, vergilben die Blätter. → Regelmäßig düngen.
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Kältestress – Plötzliche Temperaturwechsel können Blattschäden verursachen.
Mit der richtigen Pflege erholt sich der Oleander meist schnell und treibt wieder kräftig aus.
Oleander giftig – Vorsicht im Umgang
Alle Teile des Oleanders sind giftig, insbesondere für Kinder und Haustiere. Der Pflanzensaft enthält Oleandrin, ein starkes Herzglykosid, das bei Verzehr gefährlich sein kann.
Beim Nerium Oleander schneiden oder umtopfen sollten deshalb immer Handschuhe getragen werden. Der Kontakt mit dem Pflanzensaft kann Hautreizungen verursachen.
Trotz seiner Giftigkeit ist Oleander eine sichere Pflanze, solange man verantwortungsvoll mit ihr umgeht.
Oleander rot – ein Klassiker im Garten
Rote Oleandersorten sind besonders beliebt, da sie Farbe und Lebendigkeit in Gärten und Terrassen bringen. Sie gelten als pflegeleicht und robust, wenn Standort und Pflege stimmen.
Beliebte Sorten sind:
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Nerium oleander ‚Petite Red‘ – kompakt, ideal für Töpfe
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Nerium oleander ‚Hardy Red‘ – blühfreudig und relativ kälteresistent
Mit den leuchtend roten Blüten wird der Oleander schnell zum Highlight jeder mediterranen Pflanzenkombination.
FAQs zu Nerium Oleander
1. Ist Oleander winterhart?
Nur bedingt. Kurzzeitige Fröste bis -5 °C werden toleriert, längere Frostphasen können jedoch Schaden anrichten.
2. Wie überwintert man Oleander richtig?
Am besten hell und kühl (5–10 °C). Wenig gießen, nicht düngen, und ab April wieder langsam an die Sonne gewöhnen.
3. Wann sollte man Oleander schneiden?
Nach der Blüte im Spätsommer oder vor dem Neuaustrieb im Frühjahr. Dabei Handschuhe tragen!
4. Warum bekommt mein Oleander gelbe Blätter?
Meist durch Wasser- oder Nährstoffmangel, Staunässe oder Temperaturschwankungen.
5. Ist Oleander giftig?
Ja. Alle Pflanzenteile enthalten giftige Substanzen. Direkten Hautkontakt und Verzehr unbedingt vermeiden.
6. Wie pflegt man Oleander im Topf?
Ein großer Topf mit Drainageschicht, regelmäßiges Gießen und sonniger Standort sind ideal.
7. Was ist Nerium oleander?
Das ist der botanische Name des Oleanders, der zur Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae) gehört.
Fazit
Der Nerium Oleander ist eine faszinierende Zierpflanze, die mediterranes Lebensgefühl in jeden Garten bringt. Mit der richtigen Pflege, dem passenden Schnitt und einer sicheren Überwinterung bleibt er viele Jahre gesund und blühfreudig.
Ob Oleander rot, weiß oder rosa – seine Schönheit ist unbestreitbar. Wer einige Pflegetipps beachtet und vorsichtig mit der giftigen Pflanze umgeht, wird lange Freude an diesem mediterranen Klassiker haben.

